Mit Prof. Dr. Andrea Walter über Drittmittelforschung, ReD und DEAR-GOV

Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit meiner Kollegin Prof. Dr. Andrea Walter, Politikwissenschaftlerin und Zivilgesellschaftsforscherin an der HSPV NRW. Der Anlass: Wir haben beide im BMFTR-Programm HAW Forschungsakzente erfolgreich Drittmittel eingeworben.

Andrea erzählt, wie aus einem gemeinsamen Lehrformat mit Prof. Dr. Markus Seyfried das Projekt ReD wurde, das ab 2027 untersucht, wie Verwaltung und Zivilgesellschaft im Ganztag zusammenarbeiten. Ich stelle mein Projekt DEAR-GOV vor: demokratisch resiliente KI-Architekturen für die Staats- und Verwaltungsdigitalisierung, mit kooperativer Promotion gemeinsam mit der Universität Osnabrück. Außerdem sprechen wir darüber, wie Drittmittelforschung an einer Hochschule für den öffentlichen Dienst funktioniert, warum Demokratie-Stärkung gerade in den Fördertöpfen steht und wie Studierende der Forschung folgen können.

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00:00:24: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Forschungsimpuls. Heute bleibe ich sozusagen im eigenen Haus. Ich spreche mit meiner Kollegin Professorin Andrea Walter, Politikwissenschaftlerin an der HSPV NRW und Zivilgesellschaftsforscherin. Der Anlass ist schön, denn wir haben beide im BMFTR Programm HAW Forschungsakzente erfolgreich Drittmittel eingeworben. Andrea untersucht im Projekt ReD gemeinsam mit Markus Seyfried und hat mit der HSPV NRW, Verwaltung und Zivilgesellschaft die Daseinsvorsorge resilient machen, konkret am Beispiel des Ganztags. Und ich darf mit DEAR-GOV an demokratisch resilienten KI-Strukturen für Staat und Verwaltung arbeiten. Wir sprechen darüber, wie Drittmittelforschung an einer Hochschule für den öffentlichen Dienst wirklich funktioniert, vom Antrag bis zum Projektstart. Viel Freude mit dieser Episode.

00:01:14: Liebe Andrea, herzlich willkommen im Forschungsimpuls.

00:01:18: Ja, vielen Dank, Nicolai.

00:01:20: Das ist tatsächlich erst die zweite Folge, wo wir ja sozusagen hochschulintern eine Forschungsimpuls-Folge produzieren.

00:01:29: Insofern richtig stark. Ich freue mich, dass du da bist.

00:01:32: Und

00:01:32: würde dich so vorstellen, dass du als Politikwissenschaftlerin und Soziologin unterwegs bist.

00:01:39: Trifft das das ganz grob, wie du dich selber als Wissenschaftlerin verortest?

00:01:43: Ja, also ich habe Politikwissenschaft studiert und fühle mich auch zu 100 Prozent als Politikwissenschaftlerin.

00:01:48: Du machst allerdings bei uns an der Hochschule natürlich noch etliches mehr, nicht wahr?

00:01:54: Du hast verschiedene Rollen, du hast ein ganz breites Lehrrepertoire.

00:01:59: Was sind so deine Paradethemen sozusagen? Was machst du richtig gerne, aber was deckst du auch alles ab?

00:02:05: Ja, ich kann gar nicht glauben, seit diesem Monat bin ich tatsächlich schon acht Jahre an der Hochschule.

00:02:10: So lange wie in bislang noch keiner anderen Organisation.

00:02:13: Und ich muss sagen, mich hat das Thema Zivilgesellschaft einfach immer gezogen.

00:02:18: Das ist bei mir wie so ein roter Faden. Früher schon an der Uni, am Institut für Politikwissenschaft an der Uni Münster,

00:02:24: habe ich in Projekten zur Zivilgesellschaftsforschung eben auch gearbeitet.

00:02:29: Dann war ich bei der Bertelsmann Stiftung im Programm Zukunft der Zivilgesellschaft.

00:02:33: Und jetzt würde ich sagen, ich bringe so ein bisschen die Zivilgesellschaft in die Verwaltung bzw. wie oder beschäftige mich viel mit der Frage,

00:02:40: wie kann eigentlich Verwaltung und Zivilgesellschaft gut zusammenarbeiten?

00:02:43: Also das ist für mich so ein Thema, was sich eigentlich komplett durchzieht durch Forschung, durch Lehre und eben auch durch Transfer.

00:02:50: Ich finde daran interessant, wenn ich jetzt einmal so an unsere Studierenden denke.

00:02:56: Ich nehme das so, weil das an unserer Hochschule

00:02:59: geht. Und ich finde, dass unsere Studierenden, die in unserer Hochschule ein überproportionaler Anteil ehrenamtlich engagiert ist.

00:03:03: Würdest du die Auffassung teilen oder ist das so eine Beobachtung, die ich bin ja erst zwei Jahre dabei, die vielleicht so ein bisschen subjektiv ist?

00:03:10: Also ich finde, ich war an sieben Hochschulen in Summe in meinem Leben oder Universitäten.

00:03:14: Ich finde das hier sehr ausgeprägt, wie viel ehrenamtliches Engagement ich bei den Studierenden erlebe.

00:03:20: Ja, ich habe schon öfter gedacht, das wäre auch mal ein spannendes Projekt für uns für intern mal zu untersuchen, wo sich eigentlich unsere Studierenden engagieren.

00:03:27: Und ja, inwiefern eigentlich auch das Engagement ausgeprägt ist.

00:03:31: Aber ich muss sagen, in der Lehre begegnet mir das auch total viel, wenn es eben um bürgerschaftliches Engagement geht, um Zusammenarbeit, dass ganz viele tatsächlich sagen, sie sind engagiert.

00:03:41: Vor allen Dingen, so kommt es mir vor, sehr häufig auch in der Freiwilligen Feuerwehr.

00:03:45: Ist vielleicht auch gerade ein Engagement, was man eben auch gut vereinbaren kann mit dem öffentlichen Dienst.

00:03:50: Aber ich gebe dir da total recht.

00:03:52: Also das fällt es total breit.

00:03:54: Und ich glaube auch, dass unsere Studierenden sehr stark engagiert sind.

00:03:58: Und wie kommt jetzt das Thema Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen?

00:04:03: Also ich kann mir vorstellen, dass du natürlich durch deine verschiedenen Rollen, die du schon innehattest, da vielleicht einen besonderen Blick hast.

00:04:10: Aber was hat dich da quasi angetrieben?

00:04:12: War das eine Forschungsfrage?

00:04:14: War das eher aus der Praxis heraus, dass du auch den Bedarf erkannt hast?

00:04:18: Oder wie ist das so ein bisschen entstanden in der wissenschaftlichen Genese?

00:04:23: Ich muss sagen, ich habe mich früher eigentlich noch mehr ausschließlich mit dem Non-Profit-Sektor auseinandergesetzt.

00:04:28: Der finde ich oft gar nicht so bewusst ist in unserer Realität vielleicht.

00:04:34: Also wir reden ganz viel immer vom Wirtschaftsunternehmen, dann natürlich vom Staat, aber auch den Non-Profit-Sektor mit über 650 .000 Organisationen.

00:04:42: Jetzt der Trend bei den Vereinen ist ja sogar steigend.

00:04:45: Wir haben über 10 .000 Vereine mehr als noch vor fünf Jahren zum Beispiel in Deutschland.

00:04:49: Und auch eine Wirtschaftskraft, wir sagen immer ungefähr so wie die Baubranche,

00:04:54: mit also über drei Millionen Hauptunternehmen.

00:04:56: Und ja, hauptamtlich Beschäftigten drei bis vier Millionen.

00:04:59: Also schon eigentlich ein Sektor, der auch wirklich bedeutsam ist.

00:05:03: Und ich muss sagen, diese Verknüpfung ist mir tatsächlich jetzt erst auch in den letzten Jahren nochmal deutlich bewusster geworden.

00:05:09: Weil zum Beispiel gucken wir in die Daseinsvorsorge, das was eigentlich auch die Kommunen, also überhaupt den Staat bewegt.

00:05:15: Wie kann ich eigentlich die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger aufrechterhalten?

00:05:19: Was brauchen Bürgerinnen und Bürger eigentlich, um gut zu leben?

00:05:22: Von der Energieversorgung, Gesundheitsversorgung, Mobilität.

00:05:26: Da sind wir ganz, ganz nah eben auch beim Thema Engagement und Zivilgesellschaft.

00:05:30: Also das ist bei uns so geprägt.

00:05:32: Traditionell, wenn wir uns gucken, also zum Beispiel der Brandschutz in Deutschland.

00:05:36: Ein Feld, was fast ausschließlich von Engagierten sichergestellt wird.

00:05:40: Eine Besonderheit als pflichtige Aufgabe.

00:05:42: Also über 90 Prozent der Feuerwehrkräfte in Deutschland sind ehrenamtlich.

00:05:47: Oder eben auch beim THW, beim Technischen Hilfswerk.

00:05:50: Also Engagement trägt.

00:05:51: Und ich finde eben total spannend, so drauf zu gucken.

00:05:54: Wie arbeiten jetzt eigentlich Verwaltung und Zivilgesellschaft?

00:05:56: Und was sind auch gute Gelegenheitsfaktoren?

00:06:00: Weil gerade im Moment, nun wir haben ja eine Zeit unheimlich schwierig mit Herausforderungen.

00:06:05: Mit knappen öffentlichen Kassen.

00:06:07: Und ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema deswegen gerade so viel Brisanz hat, wie auch lange nicht mehr.

00:06:15: Und jetzt hast du ja schon auch diverse Forschungsprojekte innerhalb und außerhalb der HSPV abgewickelt sozusagen und durchgeführt.

00:06:26: Kann man sagen, es gibt so eine gewisse Richtung?

00:06:29: Oder ich frage mich auch, ist das international auch erforscht und vielleicht unterschiedlich?

00:06:34: Oder gibt es da eine deutsche Community?

00:06:37: Also wie müssen wir uns quasi deine Wissenschafts-Community, so deine Bubble sozusagen vorstellen?

00:06:43: Ja, das ist eine gute Frage.

00:06:44: Und es ist auch echt ganz interessant, weil die Zivilgesellschaftsforschung in Deutschland ist im Endeffekt eine Querschnittsforschung.

00:06:51: Also das heißt, es gibt jetzt nicht so die einzelne Wissenschaft, die sich damit befasst.

00:06:55: Sondern im Endeffekt

00:06:56: ist es eine ganze Forschung. Und bestimmt hat es Schnittmengen zu ganz, ganz vielen Disziplinen.

00:06:59: Also wenn ich jetzt gucke aus der politikwissenschaftlichen Perspektive, wir fragen vor allen Dingen eben auch nach Fragen zum Beispiel, was kann der Staat tun?

00:07:07: Auch eben in der Zusammenarbeit zum Beispiel.

00:07:09: Welche Rahmenbedingungen braucht es auch?

00:07:11: Eine Zivilgesellschaft.

00:07:13: Wenn ich jetzt gucke, aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive schaue ich vielleicht auch eher, wie ist das mit den Ressourcen?

00:07:18: Wie ist auch die Hauptamtlichkeit in Organisationen?

00:07:21: So auch die Governance in Organisationen zum Beispiel.

00:07:25: Also das Feld ist total breit. So die Digitalisierung, vielleicht so dein Zuschnitt, die kommt erst gerade so rein. Also das Thema wird jetzt mit Digitalisierung KI auch nochmal deutlich relevanter in den Organisationen. Aber von daher ist das ganz interessant, dass man so guckt, dass ganz viele Disziplinen eigentlich daran arbeiten. Auch eine psychologische Perspektive, auch zum Beispiel bei den Generationen, wie arbeiten die zusammen? Also das ist ganz spannend.

00:07:48: Und an sich ist auch interessant für Deutschland, dass wir eigentlich keine feste, ja, oder dass wir keine Lehrstühle haben speziell zum Thema Zivilgesellschaft. Also die gibt es eigentlich nicht so. Es gibt jetzt irgendwie nicht Lehrstuhl für zivilgesellschaftliches Engagement.

00:08:03: Wir haben am Wissenschaftszentrum Berlin ein Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung und einzelne Lehrstühle so in Richtung Non-Profit-Management, zum Beispiel die Uni Freiburg.

00:08:14: Und wir haben mittlerweile auch eine Community oder wir versuchen, diese Community auch stärker aufzubauen in den letzten Jahren, zum Beispiel auch mit Tagungen.

00:08:23: Nächstes Jahr findet wieder die sogenannte CEF-Tagung statt für zivilgesellschaftliche Forschung und eben auch der Freiwilligendienste. Und das ist immer ein schöner Treffpunkt eben auch, wo man zusammenkommt, die Forschung, aber eben auch die Praxis-Community.

00:08:38: Und insgesamt würde ich sagen, so international haben wir die Gesellschaft.

00:08:43: Wir haben die Gesellschaft für dritte Sektorforschung und da war zum Beispiel jetzt im Sommer wieder eine große Tagung und da waren 700 Wissenschaftler eben auch dann weltweit aus über, ich glaube, 200 Ländern.

00:08:55: Also es ist dann das Klassentreffen in groß sozusagen.

00:08:59: Einfach mal ins Blaue hineingefragt. An der Uni Münster habe ich jetzt neu gelernt, dass wir im Bereich Wirtschaftsinformatik Katastrophenschutz erforschen.

00:09:07: Also nicht wir, sondern dass da erforscht wird. Gibt es da auch einen Zusammenhang zu?

00:09:11: Weil ich könnte mir vorstellen, dass es da auch eine Überschriftung

00:09:13: gibt. Eine Überschriftung, du sagtest ja gerade schon Digitalisierung. Bist du dorthin auch, also ist das dann wieder eine Bubble?

00:09:19: Vielleicht haben wir da sogar eine Überschneidung, von der wir noch nichts wussten.

00:09:23: Ja, ich glaube, die gibt es immer ganz viel. Die sieht man ja vor allen Dingen dann auch auf Tagung, wenn dann eben auch mal vielleicht Leute kommen, wo man sagt,

00:09:29: ach spannend, dass wir ja diesen Querschnitt haben, von dem wir vielleicht noch gar nichts wussten.

00:09:33: Genau, also den gibt es auf jeden Fall. Also gerade auch dieses Thema Spontanhelfende und überhaupt Katastrophenschutz ist auch ein Riesenthema, auch fürs Engagement.

00:09:41: Auch da sich die Entwicklung anzugucken.

00:09:43: Gerade weil es auch so eine wichtige Bedeutung hat für die Daseinsvorsorge.

00:09:47: Spannend. Ich finde das immer ganz wichtig hier auch, wir sind ja offiziell Wissenschafts-Podcast.

00:09:51: Man kann es nicht oft genug sagen tatsächlich, dass wir bei wissenschafts-podcast .de kuratiert gelistet sind.

00:09:58: Ich freue mich da total drüber. Deshalb, ich finde ganz wichtig, einfach auch mal immer zu zeigen,

00:10:02: dass in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen ganz unterschiedliche, so vertical sagt man ja auch,

00:10:08: also es geht da unheimlich tief rein. Das sind eigene Communities, die haben eigene Tagungen, Konferenzen.

00:10:14: Es gibt vielleicht, oder auch nicht, eigene Lehrstühle dazu und eben ganz tiefes Wissen, wo man reinschauen kann.

00:10:21: Und das finde ich ja auch immer so toll, dass man die Gelegenheit hat.

00:10:24: Jetzt wollen wir ja auch ein bisschen weiter schauen auf das, was sich so entwickelt hat in den letzten Monaten.

00:10:31: Man kann sagen, dankbarerweise bei uns beiden. Wir haben nämlich beide in dem BMFTR-Topf HAW Forschungsakzente ein Drittmittelerfolg.

00:10:43: Drittmittelerfolg.

00:10:43: Das heißt, wir haben uns in der Forschung in Österreich kompetitiv, wie man sagt, akquiriert.

00:10:46: Und genau, wir strahlen beide wie die Honigkuchenpferde, denn ja, das ist einfach eine super Errungenschaft.

00:10:51: Einfach immer für jeden, der in der Forschung unterwegs ist.

00:10:54: Man kennt vielleicht diesen Fight um Drittmittel oder dem Hinterherlaufen von Drittmitteln,

00:10:59: wie man manchmal da einfach ja in diesem System so ein bisschen das attestiert.

00:11:03: So funktioniert das halt. Ja, aber wir freuen uns und darüber wollen wir heute so ein Stück weit sprechen.

00:11:09: Bevor wir das machen, haben wir ja gesagt, wir wollen auf jeden Fall auch so ein bisschen mal,

00:11:13: beleuchten, wie überhaupt an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.

00:11:18: Und in denen sind wir sogar eine Sonderform als Hochschule für den öffentlichen Dienst.

00:11:23: Mal ganz kurz darüber sprechen, wie das überhaupt funktioniert, hier in solche kompetitiven Drittmittel hineinzukommen.

00:11:30: Ich weiß nicht, Andrea, magst du anfangen, so ein bisschen zu erzählen, wie so,

00:11:33: bevor wir über das Projekt konkret sprechen, quasi so die Meta-Ebene Drittmittelforschung,

00:11:39: wie da für dich die Anflugschneise war?

00:11:42: Ja, total.

00:11:43: Total gerne. Also ich finde das auch immer spannend, auch in der Lehre zu vermitteln,

00:11:46: dass es für uns ja echt essentiell ist, um im Endeffekt Ressourcen zu bekommen.

00:11:51: Also dass es eine Selbstverständlichkeit ist. Ich glaube, das ist so immer dieses Bild,

00:11:54: irgendwie die Hochschulen, die haben ja wissenschaftliche Mitarbeiter und die können im Endeffekt sich ein Thema aussuchen und daran forschen.

00:12:00: Nein, so ist es leider nicht oder nur sehr begrenzt, sondern es geht ja immer darum, im Endeffekt Mittel einzuwerben.

00:12:07: Und das hat wiederum auch viel damit zu tun, was es für Förderlinien gibt und ob man da reinpasst mit den Themen.

00:12:13: Wir haben ja gerade auch darüber gesprochen, wozu wir auch arbeiten.

00:12:15: Und ich glaube immer so ein bisschen ist es so, dass man eben ja auch an seinen Themen,

00:12:19: die einem sehr liegen und Spaß machen, dass man da dranbleiben will.

00:12:23: Aber ich glaube, ein bisschen muss man auch immer schauen, wie passt man eigentlich in diese Förderlinien rein, was gerade gesucht ist.

00:12:28: Und da sieht man, finde ich, auch mal so schöne Entwicklungen.

00:12:30: Also bei der Zivilgesellschaftsforschung war es so, vor 10, 15 Jahren war das Thema Sozialunternehmertum,

00:12:36: soziale Innovation total en vogue, also auch auf EU-Ebene.

00:12:40: Und mittlerweile ist es ja eben ganz stark das Thema Demokratie.

00:12:43: Demokratiestärkung, also Resilienz, wie können wir jetzt eben auch Organisationen resilienter aufstellen.

00:12:49: Da sieht man eben immer ganz gut, was ist gefragt.

00:12:52: Ich finde es aber auch total wichtig, weil wir wollen ja auch nicht nur für uns im Elfenbeinturm irgendwas erstellen

00:12:57: oder irgendwie dazu in Journals veröffentlichen, sondern wir wollen ja auch einen Beitrag für die Gesellschaft machen.

00:13:02: Und deswegen finde ich es auch immer wieder total gut, wenn man sieht, dass Ergebnisse aufgenommen werden,

00:13:08: auch von der Politik, also von Entscheidungsakteuren.

00:13:12: Vielleicht schauen wir mal.

00:13:13: Ich würde mal ganz kurz auf HAW-Forschungsakzente.

00:13:16: Ich würde sagen, das ist vielleicht so ein bisschen ein besonderes Programm,

00:13:20: denn es richtet sich natürlich logischerweise einmal an Hochschulen der angewandten Wissenschaften

00:13:24: und das Zweite fand ich jedenfalls wichtig in dieser Richtlinie war oder in diesem Fördertopf,

00:13:31: dass man wirklich versuchen wollte, Themen aufzubauen, die einen gewissen Anwendungs - oder Transfergedanken haben.

00:13:38: Ich finde das nämlich immer eine schwierige Sache.

00:13:39: Bei vielen Fördertöpfen steht selbstverständlich,

00:13:43: nämlich Grundlagenforschung, also gerade in technologischen Themen natürlich,

00:13:46: steht Grundlagenforschung sehr im Vordergrund und dann muss die manchmal sogar technologische Schöpfungshöhe

00:13:53: ist dann vorgegeben in Entwicklungsstufen.

00:13:56: Das heißt dann also teilweise muss man quasi einen Reifegrad, der beispielsweise industriell verwertbar ist,

00:14:01: am Ende des Projekts vorweisen.

00:14:03: Das ist natürlich im Grunde genommen nicht das Ziel bei transferorientierten Hochschulen im Allgemeinen,

00:14:10: also allen Business Schools, HÖDs, HAWs.

00:14:14: Insofern fand ich das erstmal einen sehr coolen Aufsatzpunkt von HAW Forschungsakzente,

00:14:20: dass man gesagt hat, also wir suchen direkt etwas, was irgendwie nachher auch eine Verwertbarkeit findet,

00:14:26: aber jetzt nicht unbedingt Grundlagenforschung ist, sondern was eine konkrete Forschungsfrage beantwortet,

00:14:33: die man aber frei reinbringen kann.

00:14:35: Also das war hier vielleicht auch, es ist jetzt nicht unter der zum Beispiel der Hightech Agenda des Bundes oder so angesiedelt,

00:14:40: sondern es war ein relativ,

00:14:42: ein relativ offener Fördertopf und ich habe so empfunden, eigentlich eine wahnsinnige Chance kreativ zu werden.

00:14:48: Ich weiß nicht, wie bei dir so der Prozess dazu war.

00:14:51: Ich habe vor, glaube ich, über zwei Jahren angefangen, an diesem Konzept zu arbeiten, also an meinem Drittmittelprojekt.

00:14:56: Das müsste ungefähr zwei Jahre her sein.

00:14:59: Und die ersten Notizen sich zu machen und zu überlegen, wie kann man das aufbauen, wie kann man das gestalten, was könnte da reinpassen?

00:15:07: Und dann hat sich eigentlich so nach und nach die Idee entwickelt über diese,

00:15:11: diesen zweistufigen Antragsprozess erst die Skizze und die wurde dann eben extern begutachtet.

00:15:18: Und da glaube ich war schon ein sehr umfassender Schritt und darauf folgte dann die ausgearbeitete Drittmittelantragstellung.

00:15:27: Und das ist dann wirklich, ja, also ich muss sagen, das war wirklich sehr viel Papier auf der einen Seite, sehr viele Zahlen, sehr viel Struktur.

00:15:35: Man musste eigentlich das Projekt komplett einmal im Voraus jetzt planen und durchdenken.

00:15:42: Wie war das? Hast du das hauptsächlich zu zweit gemacht mit Markus Seyfried oder wie seid ihr vorgegangen?

00:15:47: Wie muss man sich das vorstellen in deinem Fall, wie man sich das so ein bisschen an so einem Drittmittelthema nähert?

00:15:54: Ja, also es war tatsächlich total spannend bei uns und auch so ein Vorgehen, was ich so auch noch nicht hatte.

00:16:01: Und zwar, weil oft ist es ja so, wie du es gerade auch beschreibst, man hat irgendwie eine Idee, vielleicht auch in der Schublade, an der man einfach mal arbeiten möchte.

00:16:07: Und man wartet quasi jetzt auf so einen offenen, themenoffenen Call, wo man dann diese Idee einbaut.

00:16:11: Und dann kann man sich auch so ein bisschen einstellen, wie man das so ein bisschen einbringen kann.

00:16:12: Oder oft ist es ja auch so, man wird angefragt, dass jemand anderes eine Idee hat und sagt, mir fehlt noch genau irgendwie so eine Expertise wie von dir.

00:16:18: Kannst du dir das

00:16:18: vorstellen? Ach, wie schrecklich. Das hatte ich noch nicht. Jetzt fühle ich mich ganz schrecklich.

00:16:21: Okay, genau. Aber bei uns war es anders. Und zwar, Markus und ich hatten jetzt mal zusammen ein Lehrformat in der Masterlehre.

00:16:31: Und zwar empirische Sozialforschung für die Verwaltung, wo wir gesagt haben, was ja auch bei uns gar nicht so oft vorkommt, dass Lehrende zusammen ein Lehrformat bespielen.

00:16:40: Und wir haben gesagt, wir wollen uns das gerne aufteilen, weil Markus ja ist total der Experte in quantitativer Sozialforschung und ich mache vor allen Dingen qualitative Sozialforschung.

00:16:49: Und dann haben wir gesagt, lass uns das doch mal aufteilen und machen.

00:16:52: Und wir hatten, also es hat total Spaß gemacht, weil wir eben auch so das Anliegen hatten, dass die Studierenden mitnehmen sollen, wenn sie später mal im Ministerium in der Kommune ein Forschungsprojekt beauftragen, wo sollen sie eigentlich drauf achten.

00:17:04: Also sie sollten das auch pitchen zum Beispiel, den Antrag. Und dann haben wir es irgendwie zusammen als Jury bewertet. Das hat Spaß gemacht.

00:17:10: Und das hat uns vor allen Dingen auch so viel Spaß gemacht, dass wir gesagt haben, eigentlich könnten wir auch mal zusammen einen Antrag stellen.

00:17:15: Und dann kam jetzt dieser total forschungsthemenoffene Call, also eigentlich die Chance.

00:17:20: Und dann haben wir überlegt, wie gehen wir da jetzt ran und haben wirklich überlegt, wo haben wir eigentlich Schnittmengen.

00:17:25: Weil wir sind zwar beide Politikwissenschaftler, aber Markus eben Verwaltungswissenschaftler und ich als Zivilgesellschaftsforscherin.

00:17:33: Und dann haben wir überlegt, wo können wir bei einem Thema wirklich beide anschlussfähig sein.

00:17:38: Aber trotzdem so, dass jedem das auch

00:17:40: gut geht. Und dann haben wir uns natürlich auch so gefreut, dass unterschiedliche Perspektiven reinkommen.

00:17:41: Und so sind wir im Endeffekt jetzt bei unserem Antrag gelandet und haben uns so natürlich doppelt gefreut eben auch, dass er angenommen worden ist.

00:17:49: Markus Raupach - Ja. Ich weiß nicht, wie stark das bei euch war, aber ich fand in der Antragsphase eine ganz wichtige Rolle, hatte das Forschungsreferat.

00:17:59: Also vielleicht auch mal eine gute Gelegenheit, da ein großes Dankeschön auszusprechen.

00:18:03: Und das hat mir nochmal richtig bewusst gemacht.

00:18:05: Ich kannte das zwar auch schon aus vorherigen Hochschulen.

00:18:08: Aber wie relevant das ist.

00:18:11: Also ich weiß nicht, wie oft ich E-Mails um 23 .30 Uhr auch noch bekommen habe als Rückantwort.

00:18:17: Freitags wohlgemerkt.

00:18:19: Sodass ich am Wochenende fleißig weiter daran arbeiten kann oder konnte und wir dann in der Folgewoche wieder weitergemacht haben.

00:18:26: Also insofern da ein ganz großes Dankeschön.

00:18:29: Und ja, das war für mich eine ganz wichtige Erfahrung, weil man braucht mehrere Rollen.

00:18:33: Man braucht einmal diese Forschungsperspektive.

00:18:35: So nach dem Motto, das ist meine Idee.

00:18:37: Das sind die Forschungsfragen.

00:18:38: Das habe ich vor.

00:18:39: Aber es braucht eben auch das Kalkulatorische zum Beispiel, um die Stellenplanung durchzuführen.

00:18:44: Es braucht das Konzeptionelle, um einfach zu wissen, was funktioniert jetzt zum Beispiel, wenn das Fördergeld vom BMFTR unterm Strich kommen soll.

00:18:52: Was braucht man da für einzelne Metriken?

00:18:55: Oder zum Beispiel bei der Auswahl von Hardware habe ich gelernt, da gibt es fertige Kataloge etc.

00:18:59: Wenn man das jetzt alles noch nicht 50 Mal im Leben gemacht hat, dann ist es unglaublich entscheidend, habe ich empfunden, dass man da eben gut beraten wird.

00:19:08: Und das fand ich wirklich klasse bei uns an der HSPV.

00:19:10: Das hat für mich ganz viel ausgemacht in dem Antragsverfahren.

00:19:14: War es bei dir auch so?

00:19:15: Ja, absolut.

00:19:16: Also ich kann mich dir da wirklich 100 Prozent anschließen.

00:19:19: Also großes, großes Dankeschön an unsere Forschungsförderung.

00:19:23: Weil vor allen Dingen, man muss ja auch wirklich sagen, dass bei uns die Forschungsförderung in den letzten Jahren sich zwar auch, finde ich, immer mehr professionalisiert hat.

00:19:30: Aber wir sind quasi echt bei null angefangen, muss man sagen.

00:19:34: Und wenn ich mal auch mit Kollegen und Kolleginnen von anderen Hochschulen spreche, glaube ich, ist das

00:19:38: auch so. Und das ist ja nochmal eine ganz andere Ausprägung.

00:19:39: Weil da, wie du schon gesagt hast, sieht man eben auch, wir sind eine Verwaltungsochschule.

00:19:43: Und jetzt, ja, wir lernen, wir sind eine lernende Organisation, was das angeht, uns jetzt auch auf Forschung einzustellen.

00:19:49: Und das ist auch toll, dass wir diesen Weg gehen.

00:19:51: Aber von daher ist es super, was die Kollegen und Kolleginnen da leisten für uns, finde ich.

00:19:56: Und ja, und deswegen freut es mich auch doppelt, dass wir im Moment so erfolgreich auch sind, was Anträge angeht.

00:20:02: Genau, unbedingt.

00:20:02: Ich würde sogar noch eine Stufe weiter gehen.

00:20:05: Ich glaube auch, wir müssen forschen.

00:20:07: Also zumindest,

00:20:08: wenn wir uns da ein bisschen an die Forschung konzentrieren, dann müssen wir uns da auch ein bisschen an die Forschung konzentrieren. Aber server ist als

00:20:08: Menschen gilt die Zeit, sondern alsід sogar der Zeit, ich kann dich auch schon erwähnen,

00:20:12: Man muss sich daran an die Forschung konzentrieren, BesDIEMS tut das ja auch.

00:20:27: Ja.

00:20:27: Ich

00:20:28: müsste die Frage futuroe

00:20:29: G att

00:20:37: perseverance

00:20:38: weiter einfach immer wieder gesehen werden.

00:20:39: Ja, da braucht es, finde ich, auch so diesen

00:20:42: wissenschaftlichen Unterbau sehr stark.

00:20:44: Insofern freue ich mich, dass wir da auf einem

00:20:45: guten Weg sind. Ich habe das natürlich jetzt nicht mit der

00:20:47: Historie von acht Jahren erlebt wie du,

00:20:49: aber quasi bin direkt

00:20:51: in die glückliche Lage gekommen,

00:20:54: dass wir da einfach so

00:20:55: ein Forschungsreferat

00:20:58: und ein Team dort haben, was einen da begleitet

00:20:59: und unterstützt. Jetzt lass uns doch mal

00:21:01: auf unsere Anträge schauen.

00:21:04: Deiner heißt

00:21:05: ReD oder sagt jetzt Deutsch, R-E-D.

00:21:07: R

00:21:07: -E-D, resiliente Daseinsvorsorge durch

00:21:10: Zusammenarbeit von Verwaltung und

00:21:13: Zivilgesellschaft. Es gibt schon

00:21:14: eine erste Internetseite auf unserer

00:21:18: Hochschulwebseite,

00:21:19: wo du mit Markus

00:21:21: Seyfried das Projekt erklärst, auch schon

00:21:23: einzelne Sequenzen daraus. Aber nimm uns

00:21:25: doch mal mit. Was habt ihr da vor in dem Projekt?

00:21:27: Wie ist das gestaltet? Was ist

00:21:29: quasi so, ich würde mal sagen, der Pitch

00:21:31: von eurem Drittmittelprojekt?

00:21:33: Ja, total gerne.

00:21:35: Also es ist wieder die Daseinsvorsorge, von der wir eben

00:21:36: schon gesprochen haben, dass wir

00:21:38: finden, eben Daseinsvorsorge ist auch ein Thema,

00:21:41: was erstmal auch unsere Studierenden angeht,

00:21:42: weil da auch nochmal die Verknüpfung,

00:21:44: ich glaube, was uns auch allen immer wichtig

00:21:46: ist, dass wir die Forschung auch mit in die Lehre nehmen

00:21:48: und anderswo auch Impulse

00:21:50: aus der Lehre bekommen. Also von daher

00:21:52: auch ein Feld, was sowohl für die Studierenden

00:21:54: relevant ist, aber eben natürlich auch

00:21:57: gerade bundesweit ein Thema ist.

00:21:59: Also wie kann ich eigentlich Daseinsvorsorge

00:22:01: sicherstellen? Und unser,

00:22:02: im Endeffekt so unser Zugang ist, dass wir

00:22:04: sagen, naja, es geht jetzt nicht um Kapazitätsberechtigung,

00:22:06: Rechnung oder so, wie ganz oft, sondern

00:22:08: wir setzen darauf, dass es eigentlich nur dann

00:22:10: gelingen kann, wenn Verwaltung und Zivilgesellschaft

00:22:13: gut zusammenspielen, also diese

00:22:16: Gelingensfaktoren. Und wir

00:22:16: haben uns das Feld des Ganztags ausgesucht,

00:22:18: also im Bildungsbereich, weil jetzt der Ganztag,

00:22:20: es gibt ja seit diesem Jahr den Rechtsanspruch

00:22:22: und das ist auch ein Feld,

00:22:24: wo wir gut anschließen können, wo es noch gar nicht so viel

00:22:26: dazu gibt, aber schon auch einige Studien,

00:22:28: die eben sagen, dass auf diese Zusammenarbeit bislang

00:22:30: wenig geschaut wird, während andere

00:22:32: Aspekte eben schon deutlich umfänglicher

00:22:34: bearbeitet werden. Und deswegen wollen

00:22:36: wir da reingeben, eben mit dieser Perspektive

00:22:38: auf Zusammenarbeit, dass wir uns also

00:22:40: angucken, anhand von Fallstudien,

00:22:42: wie funktioniert das? Was können wir

00:22:44: ableiten an Gelingensfaktoren, aber auch an

00:22:47: Herausforderungen? Und wir wollen aber

00:22:48: auch gucken auf diese bürokratische

00:22:50: Dimension. Also das ist dann

00:22:51: gerade auch das Teilprojekt von Markus,

00:22:54: also zu sehen, was sind da eigentlich

00:22:56: administrative Hürden auch?

00:22:58: Wo Zivilgesellschaft sagt, das ist ja ein Riesenthema

00:23:00: auch, das ist für uns total schwierig,

00:23:02: das umzusetzen mit unseren Ressourcen

00:23:04: oder uns fehlt das Know-how

00:23:06: oder es belastet uns.

00:23:07: Und was kann man dagegen tun? Und die Idee

00:23:10: ist also auch, dass wir gucken, wie

00:23:12: können wir eben im Endeffekt auch

00:23:14: dazu beitragen, in diesem

00:23:16: Feld Empfehlungen zu geben, vielleicht

00:23:18: auch zu Veränderungen beizutragen

00:23:20: und wie kann man vielleicht auch das, was wir

00:23:22: jetzt für den Bildungsbereich, für den

00:23:24: Ganztag herausarbeiten, vielleicht auch

00:23:25: auf andere Felder der Daseinsvorsorge

00:23:29: zum Beispiel

00:23:29: am Ende des Projekts eben auch transferieren.

00:23:32: Sei es Katastrophenschutz

00:23:34: oder andere Bereiche,

00:23:36: genau, da sind wir mal total gespannt.

00:23:38: Ich habe zwei Fragen, also mindestens

00:23:40: mal spontan. Die erste Frage

00:23:42: ist, wie schwierig ist hier der

00:23:44: Feldzugang? Ich spoiler mal

00:23:46: für das, was ich gleich vielleicht

00:23:48: erzähle aus meinem Projekt. Ich finde den Feldzugang

00:23:50: an einer HÖD, der ist

00:23:51: genial und das unterscheidet

00:23:54: uns vielleicht auch dann von klassischer

00:23:56: Elfenbeinturm-Forschung, weil dadurch, dass

00:23:58: ja bei uns die meisten

00:23:59: dual studieren und dadurch eine

00:24:01: Einbettung in irgendeiner Art ministerieller

00:24:04: oder kommunaler oder sonst wie

00:24:06: möglicher Struktur haben, haben wir

00:24:08: einfach ständig schon über die Lehre

00:24:10: den Kontakt in diese Häuser hinein

00:24:12: und in diese Institutionen, aber

00:24:14: darüber hinaus ja auch mit den unterschiedlichen

00:24:16: Lehrbeauftragten aus der Praxis

00:24:18: und jede Menge Projektanfragen,

00:24:20: die automatisch kommen, also

00:24:22: es ist ja umgekehrt, ich kann die gar nicht

00:24:24: alle beantworten oder bedienen und freue mich

00:24:26: einfach total, dass die da sind

00:24:27: und man die vielleicht mit einem Drittmittelprojekt

00:24:30: dann in Zukunft auch bedienen kann,

00:24:32: ein Stück weit und ich glaube, da haben wir tatsächlich

00:24:34: ein Asset, was man

00:24:36: vielleicht gar nicht so kennt, aber was ein wirklicher

00:24:38: Vorteil ist, vielleicht sogar ein bisschen so

00:24:39: ein unfairer Vorteil,

00:24:42: weil wir einfach so verzahnt sind mit der

00:24:44: Praxis auch ein Stück weit, würdest du das für

00:24:46: euer Themenfeld auch sagen und

00:24:48: wenn ja, weiß ich nicht, aber

00:24:49: was sind dann diese Feldzugänge,

00:24:52: du sprachst von Fallstudien, wie muss man sich

00:24:54: das vorstellen, was plant ihr da?

00:24:57: Genau, also wir sind jetzt so ein bisschen

00:24:58: dabei, die anzubahnen,

00:25:01: unsere Fallstudien

00:25:01: und ich gebe dir da total recht, also ich finde das

00:25:04: auch einen riesen Mehrwert eben auch, dass wir

00:25:06: über die Lehre, über den Transfer

00:25:08: einfach auch einen guten Zugang haben zur öffentlichen

00:25:10: Verwaltung, genau,

00:25:12: also wir hoffen den auch nutzen zu können und

00:25:14: ich möchte auch nochmal sagen, was ich immer ganz interessant

00:25:16: finde, auch bei Forschungsprojekten und da interessiert mich auch mal

00:25:18: gleich deine Perspektive, ist ja immer,

00:25:19: dass man im Endeffekt einen Teil hat, wo man sich

00:25:22: gut auskennt, wo man vielleicht auch

00:25:24: eben dieses Expertenwissen hat, aber immer wieder

00:25:26: dadurch, dass man ja die

00:25:27: Themen sich ja auch leicht variieren, auch

00:25:29: immer ein Feld etwas neu dazukommt, was vielleicht

00:25:32: auch immer das Spannende für uns ist, dass wir nicht immer

00:25:33: in altbekannten Töpfen kochen, sondern

00:25:36: das Feld uns auch wieder neu erarbeiten,

00:25:38: also bei mir würde ich sagen, es ist jetzt in diesem

00:25:40: Forschungsprojekt dieses Thema Zusammenarbeit,

00:25:42: was mich auch schon seit meiner Promotion

00:25:43: begleitet, auch da habe ich schon zur Zusammenarbeit

00:25:46: auf kommunaler Ebene zwischen Verwaltung

00:25:48: und Zivilgesellschaft gearbeitet,

00:25:50: also genau, das ist ganz

00:25:52: schön, aber der Bildungsbereich tatsächlich ist für

00:25:54: mich jetzt auch nochmal ein neues Feld,

00:25:56: also und das ist dann ja auch schön, sich das nochmal neu

00:25:57: zu erarbeiten, auf der einen Seite kann es mühsam

00:26:00: sein, weil wir ja auch wissen, auch die

00:26:02: Ressourcen auf der anderen Seite sind oft knapp

00:26:03: und Forschung bedeutet immer zusätzliche

00:26:06: Aufwand und ich finde das auch immer

00:26:07: total spannend, weil auf der einen Seite

00:26:09: gehen wir ja davon aus, dass die Praxis auch

00:26:11: profitiert von unserem Wissen,

00:26:13: es gibt aber gleichzeitig auch eine Erwartungshaltung,

00:26:16: wo wir sicherlich ja auch denken, können wir

00:26:17: die erfüllen, weil unsere Ressourcen,

00:26:19: unsere Zeit, auch die

00:26:21: Forschungsprojekte sind ja zeitlich begrenzt,

00:26:23: also ich kann auch immer nur ein gewisses

00:26:25: Ergebnis produzieren in dieser Zeit

00:26:28: und das finde ich schon, ist so

00:26:29: ein Spannungsverhältnis auch und ich finde

00:26:31: das immer ganz interessant, eben auch,

00:26:33: gerade wenn man auf Akteure zugeht

00:26:35: und eben um die Zeit bittet, wir haben das auch

00:26:37: sehr viel früher bei der Bertelsmann Stiftung eben gemacht

00:26:40: und ja, es ist

00:26:41: aber wie gesagt schwierig, weil die Zeitressourcen

00:26:43: in der Praxis wirklich ja begrenzt sind und

00:26:45: gerade jetzt auch unter Fachkräftemangel und so,

00:26:47: das muss uns einfach bewusst sein.

00:26:49: Wie ist es bei dir? Aber wir kommen ja auch gleich noch zu deinem Projekt.

00:26:51: Ja, also

00:26:53: dann kurz dazu,

00:26:55: wir hatten gerade die Rechts - und

00:26:58: Verwaltungsinformatik-Tagung, also so

00:26:59: die deutschsprachige Leitkonferenz

00:27:01: fand in Dresden statt,

00:27:03: da habe ich schon

00:27:04: auch gemerkt, wie vielfältig dieser

00:27:06: Feldzugang ist, weil man hat einfach

00:27:08: jetzt gerade bei meinem Themenfeld

00:27:10: schaut man unterm Strich auf Digitalpolitik

00:27:12: und die fängt halt

00:27:14: in vielleicht Europa an, kann man

00:27:16: sagen und geht dann über Berlin und dann

00:27:18: runter in die Landesstrukturen

00:27:20: und das ist unglaublich spannend

00:27:22: und insofern ist dann auch

00:27:24: die Vielfalt da, also die unterschiedlichen

00:27:26: Ministerien, die ganz unterschiedliche

00:27:29: Sachen logischerweise machen,

00:27:30: ganz unterschiedliche Denkansätze

00:27:32: und Expertisen,

00:27:34: die sich dann auch fordern, also nur mal ein Beispiel,

00:27:36: wir hatten vor kurzem, gibt es auch einen schönen Blogbeitrag

00:27:38: auf der HSPV-Webseite zu,

00:27:40: hatten wir bei der Landwirtschaftskammer

00:27:42: NRW eine Exkursion

00:27:44: und vielleicht entsteht daraus

00:27:46: auch demnächst Forschung

00:27:47: und alleine was man da für Einblicke hat,

00:27:50: was ist das Ziel einer Landwirtschaftskammer,

00:27:52: also Klammer auf, es ist Zitat

00:27:54: Kalorien und das Volk bringen, Klammer zu,

00:27:57: aber was es dort

00:27:58: alles gibt, also Unternehmensberater,

00:28:00: die Landwirte beraten, KI, die gegen

00:28:02: diese Berater wiederum ankämpft,

00:28:04: in Anführungszeichen, in einem gamifizierten

00:28:06: Modus, um zu schauen, wer ist jetzt besser

00:28:08: in der Beackerung eines Feldes, also

00:28:11: strukturell geplant,

00:28:12: also nicht das auszuführen, sondern

00:28:14: quasi das so zu simulieren,

00:28:16: das, was man sich vielleicht auf einem

00:28:19: Reißbrett ausdenkt oder das, was die

00:28:20: KI mit den Sensordaten aus der

00:28:22: landwirtschaftlichen Forschung und

00:28:25: sensorbasierter Landwirtschaft heute

00:28:26: so kann, also finde ich total mindblowing,

00:28:28: ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung von,

00:28:30: habe ich mir sehr gerne angeguckt und

00:28:32: bin gespannt, was sich da weiterentwickelt.

00:28:34: Ja, also es ist ja definitiv so.

00:28:36: Du wolltest noch ein bisschen was sagen, vielleicht zu dem

00:28:38: Thema Fallstudien und vielleicht da auch meine

00:28:40: Anschlussfrage, was mich sehr gefreut hat, war

00:28:42: der Begriff Mixed Methods.

00:28:44: Das ist eigentlich was, was ich aus der

00:28:47: Wirtschaftsinformatik kenne, jetzt bin ich gespannt,

00:28:48: was du darunter verstehst, was das bei

00:28:50: euch ist, ob das dasselbe ist.

00:28:52: Ja, sehr gerne. Also bei uns heißt es vor allen Dingen

00:28:54: immer die Mischung von

00:28:56: quanti - und qualitativer Forschung,

00:28:58: also quantitativ rangehen mit

00:29:00: groß angelegten Befragungen, die aber

00:29:02: basieren eben auf den qualitativen

00:29:04: Fällen, also sprich, wir wollen vor allen Dingen mit

00:29:06: Interviews arbeiten und das Feld beleuchten

00:29:08: im Sinne von,

00:29:10: genau, also wie arbeiten dann eigentlich

00:29:13: Ministerien, Schulen und

00:29:14: Zivilgesellschaft zusammen zum Beispiel. Aber wir

00:29:16: sind da auch noch recht offen, weil das ist ja immer so,

00:29:18: seit der Antragstellung bis dann jetzt zum

00:29:20: Start ab Januar, da geht ja wieder

00:29:22: so viel Zeit und ich finde immer, wir,

00:29:24: also klar, man braucht als Wissenschaftlerin,

00:29:26: Wissenschaftler sicherlich eine Annahme fürs Feld,

00:29:28: aber ich finde es immer ganz wichtig auch zu schauen,

00:29:30: was sind eigentlich die Bedarfe eben der

00:29:32: Akteure im Feld, wie ändern die sich jetzt auch

00:29:34: vielleicht nach einem Jahr schon wieder,

00:29:36: und dass wir das, also

00:29:38: wollen wir vor allen Dingen aufnehmen jetzt auch, wie gesagt,

00:29:40: wir starten jetzt mit Hintergrundgesprächen,

00:29:42: um da nochmal für sensibilisiert zu sein

00:29:44: und wollen dann eben die Fallbeispiele,

00:29:46: also unsere Fallstudien dann auswählen und dann

00:29:48: eben auch genau schauen, wie wir es dann konstruieren,

00:29:50: an welchen Schlüsselpositionen

00:29:52: wir dann eben auch die Interviews führen.

00:29:54: Okay, das ist bei uns tatsächlich

00:29:55: dann ganz ähnlich, also

00:29:58: Mixed Methods hat

00:30:00: immer natürlich so ein bisschen das Problem, kann dann nachher

00:30:02: alles sein, ist aber gar nicht schlimm,

00:30:04: sondern soll einfach so als Klammer fungieren,

00:30:07: zumindest in der Wirtschaftsinformatik,

00:30:08: dass man sagt, wir brauchen direkt

00:30:10: verschiedene Angriffsvektoren, um

00:30:12: uns einer Fragestellung zu nähern,

00:30:14: also dass ich sie eben nicht rein quantitativ

00:30:16: oder rein qualitativ bearbeiten kann

00:30:18: oder möchte, sondern dafür das Zusammenspiel

00:30:20: aus, ja, diesen verschiedenen

00:30:22: Datenpunkten brauche.

00:30:24: Ja, okay, bevor wir

00:30:26: vielleicht auch so ein bisschen dann nochmal ganz kurz

00:30:28: über mein Projekt sprechen gleich,

00:30:30: würde mich aber nochmal so ein bisschen die Hard Facts

00:30:32: interessieren. Was habt ihr euch so,

00:30:34: vorgenommen, wie seid ihr jetzt ausgestattet,

00:30:37: was ist die Personalstruktur,

00:30:38: also so ein bisschen im Sinne von

00:30:40: Forschungsmanagement, was ist das, was ihr

00:30:42: da ersonnen habt?

00:30:44: Ja, genau, also wir haben tatsächlich

00:30:46: zweieinhalb Stellen bei uns im Projekt, also

00:30:47: eine Stelle pro Teilprojekt

00:30:50: und wir sind total glücklich, dass wir die jetzt

00:30:52: auf beide Stellen besetzt haben und wir sind

00:30:54: total begeistert eben auch gewesen von den

00:30:56: Bewerberinnen und freuen uns wirklich

00:30:58: jetzt auf den Start dann auch im Januar

00:31:00: und genau, dann wird es auch noch

00:31:02: zwei Hilfskraftstellen geben, also vielleicht auch schon

00:31:04: hier der Aufruf, wer Interesse hat, auch die

00:31:06: sollen bald auf den Markt kommen,

00:31:08: sodass wir dann quasi als

00:31:10: sechsköpfiges Team dann ab Januar komplett

00:31:12: sind und im Endeffekt, es geht

00:31:14: also bei uns erstmal darum, diese Fallstudien

00:31:16: dann zu erarbeiten,

00:31:18: als Grundlage zu nehmen, dann wird eine Art

00:31:21: Bürokratiemonitor entstehen,

00:31:22: also quasi eine Befragung dann, die ins

00:31:24: Feld geht, die nochmal wegweisend sein soll,

00:31:26: eben vielleicht auch mit dem Transfer auf

00:31:28: andere Felder und wir wollen

00:31:30: eben auf jeden Fall

00:31:32: auch Praxisempfehlungen erarbeiten,

00:31:34: auch eine Handreichung soll am Ende stehen, also

00:31:36: sicherlich geht es auch um wissenschaftliche

00:31:38: Publikationen und

00:31:40: sicherlich hast du auch schon die Liste

00:31:42: der Konferenzen gemacht,

00:31:44: die anstehen in nächster Zeit,

00:31:46: genau, aber wie gesagt

00:31:48: auch gerade dieser Praxistransfer ist uns total

00:31:50: wichtig und jetzt auch gerade die

00:31:52: Bedarfe eben auch der Akteure

00:31:54: aus der Praxis mitzunehmen und zu schauen, wie können

00:31:56: wir die auch umsetzen, im Projekt mitnehmen,

00:31:58: dass da wirklich so eine Win-Win-Situation

00:31:59: ist. Also das ist mehr grundlegend und ansonsten

00:32:02: finde ich immer, es ist ja auch schön im Feld,

00:32:03: erstmal zu gucken, wie entwickelt sich das eigentlich,

00:32:05: ganz vieles kommt ja auch erst im Prozess tatsächlich.

00:32:08: Das finde ich auch besonders spannend.

00:32:10: Wie habt ihr es zugeschnitten? Sind das

00:32:12: Promotionsstellen oder mit

00:32:14: Qualifizierungsziel oder Postdoc-Stellen oder

00:32:15: was, also

00:32:18: die wissenschaftlichen Hilfstellen habe ich verstanden,

00:32:19: aber die zwei anderen? Richtig, genau, also

00:32:21: genau, es ist konzipiert als zwei

00:32:23: Promotionsstellen, richtig, genau, so ganz klassisch

00:32:26: wie wir es vielleicht auch noch kennengelernt haben

00:32:28: früher, dass man also ungefähr auf

00:32:30: der Hälfte dann arbeitet und die andere Hälfte eben

00:32:32: für die eigene Promotion verwendet.

00:32:34: Ah ja, und das ist als kooperative

00:32:36: Promotion angelegt oder wie habt ihr das

00:32:38: bei euch aufgesetzt oder seid ihr im PKNRW

00:32:40: oder wie funktioniert das?

00:32:42: Genau, also bei mir wird es jetzt so sein,

00:32:44: dass es eine kooperative Promotion

00:32:46: ist mit der Uni Münster zusammen.

00:32:48: Ah ja, okay.

00:32:50: So, das ist bei mir ganz ähnlich.

00:32:52: Ja, genau, erzähl mal.

00:32:53: Also im Prinzip meine

00:32:56: Habilitation, die wahrscheinlich noch 20 Jahre dauert

00:32:58: oder so, ist dann runtergebrochen jetzt in diesem

00:33:00: Projekt eine kooperative

00:33:02: Promotion, die dann eben jemand

00:33:04: anderes macht, durchfinanziert in dem

00:33:06: Projekt und

00:33:07: Teuteberg, bei dem ich auch schon meine Doktorarbeit geschrieben

00:33:08: habe, betreut mich auch in meinem

00:33:11: Habilitationsvorhaben und

00:33:12: die DEAR-GOV-Idee, so heißt

00:33:15: das Projekt von mir, beschäftigt

00:33:17: sich tatsächlich mit dem, was du vorhin einmal

00:33:18: als, ja, wie stärken wir Demokratie,

00:33:20: dass das gerade so in den Fördertöpfen drin ist,

00:33:23: tatsächlich ist das der Gegenstand. Die

00:33:25: Idee damals war eigentlich darüber nachzudenken,

00:33:27: wenn wir jetzt zunehmend

00:33:30: Technologisierung,

00:33:30: selbstverständlich, in der Verwaltung, in staatlichen

00:33:33: Strukturen haben und da eben auch

00:33:35: Algorithmik aus dem Bereich der

00:33:37: KI nutzen, werden natürlich die

00:33:39: sozusagen die Möglichkeiten,

00:33:41: so die Power, die man dort

00:33:43: hineingibt in einer Organisation,

00:33:45: ungleich stärker. Jetzt könnte man hier

00:33:46: ganz große Beispiele

00:33:49: diskutieren, was wir jetzt nicht tun,

00:33:51: glaube ich, so was wie Palantir hier

00:33:52: im Bereich der Polizei

00:33:54: wird immer rauf und runter diskutiert. Das meine ich

00:33:57: damit gar nicht unbedingt, sondern vielleicht ganz

00:33:59: einfach, ja, wir haben gerade viele diese Fälle,

00:34:01: dass sich zum Beispiel im Bereich

00:34:03: der Juristen ganz viel tut,

00:34:05: dass da plötzlich KI Einzug hält,

00:34:07: auf beiden Seiten, zum Beispiel bei

00:34:09: Gericht, aber vielleicht noch ganz

00:34:11: langsam und erst sukzessive und auf der

00:34:13: anderen Seite aber Bürgerinnen und

00:34:15: Bürger ständig, was man liest, ja, plötzlich

00:34:16: sich natürlich helfen lassen und damit

00:34:19: für eine enorme Arbeitsflut

00:34:21: sorgen, ja. Und das ist ganz witzig,

00:34:23: weil im Grunde genommen sage ich, müssten wir ja dann in der

00:34:25: Verwaltung auch die Möglichkeit haben, uns

00:34:27: schnell weiterzuentwickeln und

00:34:29: das natürlich kommen sehen,

00:34:31: ja, dass

00:34:32: solche Entwicklungen einfach da sind.

00:34:34: So, jetzt soll also die Idee sich

00:34:36: drehen um demokratisch

00:34:39: resiliente KI-Strukturen

00:34:41: für Staat und Verwaltung

00:34:42: oder halt, so wie es im Antrag dann

00:34:44: heißen wird, ja, Democracy Enhancing

00:34:46: Artificial Intelligence

00:34:48: for Resilient Government. Ein bisschen sperrig,

00:34:50: liegt ja übrigens daran, man muss ja immer

00:34:52: solche Akronyme nachher finden, ne, das ist einfach

00:34:54: so, also wenn man das nicht kennt, man muss ein Akronym

00:34:57: haben und deshalb kommen dann halt solche

00:35:01: Begriffsbausteine

00:35:01: auch nachher zustande. Ja, was

00:35:03: wollen wir machen? Das lässt sich eigentlich ganz

00:35:05: pragmatisch erklären und

00:35:06: mit dem, wie du das aus dem Feldzugang

00:35:09: auch bei dir erklärt

00:35:11: hast. Also es kommen einfach auch Projektanfragen

00:35:13: bei uns an. Ich sag jetzt noch nicht welche,

00:35:15: das werden wir dann so Anfang

00:35:17: des nächsten Jahres hier vielleicht mal öffentlich

00:35:19: lüften. Die sind tatsächlich

00:35:21: auch teilweise ziemlich vertraulich,

00:35:23: also müssen wir auch immer schauen, wie wir das aufsetzen,

00:35:25: aber ganz allgemein kann man einfach sagen, bei irgendwelchen

00:35:27: Kommunen, Behörden,

00:35:29: wo da Ministerien kommen,

00:35:31: Problemstellungen auf, wo man natürlich

00:35:33: auf die Idee kommen könnte,

00:35:35: kann uns da nicht künstliche Intelligenz

00:35:37: helfen.

00:35:38: Und jetzt muss man natürlich immer aufpassen

00:35:41: in der Wirtschafts - und Verwaltungsinformatik,

00:35:43: dass es nicht ein Consulting-Projekt

00:35:45: ist, dann ist es nämlich nicht publikationsfähig,

00:35:47: ja, also es muss selbstverständlich

00:35:49: eine Forschungsfrage geben,

00:35:51: also eine wissenschaftliche Tiefe

00:35:53: und die, ja, ich hab das mal so

00:35:54: versucht mit allerlei Begriffen

00:35:57: natürlich zu unterfüttern und auszuarbeiten,

00:35:59: was fließt da alles mit rein.

00:36:01: Also wir wollen uns Gedanken machen,

00:36:03: wie man jetzt hier grundsätzlich erstmal

00:36:05: eine Antwort darauf findet,

00:36:06: wenn ich so einen Datensatz habe oder irgendein Problem

00:36:09: habe, wo ich sage, KI könnte

00:36:11: eine Lösung sein, was hilft mir überhaupt?

00:36:13: Und dafür nimmt man eigentlich in der Wirtschaftsinformatik so

00:36:15: Frameworks, das heißt man baut so Lösungs

00:36:16: - Pfade, welche Technologie kann mir

00:36:19: überhaupt helfen? Denn leider ist der Reflex immer,

00:36:21: dass alle sagen, es gibt ja ChatGPT

00:36:22: und dann brauche ich das irgendwie, und wenn

00:36:25: dann vielleicht die Person, die Abteilung,

00:36:27: der Bereich pfiffig drauf ist,

00:36:29: wissen sie vielleicht auch schon, wie sie KI

00:36:30: bei sich nutzbar machen können. Aber ich behaupte

00:36:33: mal, in ganz vielen Fällen ist das

00:36:34: für Staat und Verwaltung gar nicht der richtige Weg.

00:36:37: Da gibt es jetzt tausend Gründe zu,

00:36:38: nämlich, dass das vielleicht nicht sicher genug ist,

00:36:41: dass es nicht souverän ist, also wir es nicht

00:36:43: selber beherrschen, diese Technologie,

00:36:45: oder dass wir eben da einfach

00:36:46: mit Kanonen auf Spatzen schießen,

00:36:49: also dass ich vielleicht eine ganz einfache Sortierung

00:36:51: von einem Postfach

00:36:53: in einer Behörde vor Ort in einer

00:36:55: kleinen Kommune habe, und

00:36:57: da brauche ich nicht ein riesiges

00:36:59: large language Modell und muss da sonst was an

00:37:01: Cloud Inference anmieten und

00:37:03: Rechenzentren bemühen und was weiß ich was,

00:37:05: sondern ich brauche vielleicht einen ganz einfachen

00:37:07: Algorithmus, der mir Dinge einfach mal vorsortiert,

00:37:09: so nach dem Motto, hier läuft eine Frist ab,

00:37:11: ich muss sofort reagieren. Gab es übrigens

00:37:12: einen ganz krassen Fall, gerade auch wieder

00:37:15: aus der juristischen Szene,

00:37:17: wo Deadlines verpasst wurden,

00:37:18: weil irgendwie Briefe nicht verschickt wurden,

00:37:21: ich meine, das war in Hamburg, 17 .000 Briefe

00:37:23: waren das, glaube ich, die sind nicht rausgegangen, wurden nicht erkannt.

00:37:25: Also wenn ich einfach schon mit Filtermechanismen

00:37:27: arbeite, ist schon oft ganz viel gelöst,

00:37:29: also quasi vermeiden wir

00:37:30: vielleicht auch einfach KI und damit diesen

00:37:33: technisch vielleicht

00:37:35: überbordenden Ansatz. Naja, also

00:37:37: das werden wir so ein bisschen anschauen, das Thema Frameworks

00:37:39: und dann das ganz wichtige, das technische Thema

00:37:40: Governance, also wie steuere ich dann

00:37:42: eigentlich KI-Algorithmen, wenn ich die denn habe,

00:37:45: denn die muss ja jemand beaufsichtigen

00:37:46: und das ist natürlich auch angelegt im EU

00:37:48: AI Act und erstaunlicherweise,

00:37:51: also eben nicht erstaunlich, wenn man sich

00:37:53: damit beschäftigt, aber dann doch für die, die es nachher

00:37:54: umsetzen doch, fallen ganz viele Probleme,

00:37:57: die wir in Staat und Verwaltung haben, und

00:37:59: das sind ja auch Winterhochrisikoeinstufungen

00:38:01: im EU AI Act und das macht

00:38:03: es enorm komplex, sich Gedanken dazu

00:38:04: zu machen, wie man überhaupt mit KI arbeiten

00:38:07: kann.

00:38:08: So, das geht jetzt natürlich noch möglichst weiter,

00:38:11: also wir haben das Thema Governance, wir wollen

00:38:13: dann in Prototypenentwicklungen reingehen,

00:38:15: wo wir also tatsächlich dann auch erste Lösungen

00:38:16: skizzieren, die müssen dann halt, wie gesagt,

00:38:19: die müssen jetzt nicht in Anwendung

00:38:20: sein, dass wir dann nachher die Software schreiben,

00:38:22: die dann nachher live Probleme

00:38:24: löst, aber es gibt ja eine sehr schöne

00:38:27: große Open Source Community,

00:38:29: in diesem Feld, und an der haben

00:38:31: wir uns vor, zu beteiligen, und

00:38:32: auf der anderen Seite ist das auch tatsächlich

00:38:34: so, dass immer wieder der Aufruf da ist, dass man aus

00:38:37: der Forschung Beiträge leistet, und genau

00:38:39: da setzt dann unser Projekt

00:38:41: an. Also das heißt, es ist

00:38:43: eine Doktorandenstelle

00:38:45: oder Doktorandinnenstelle, wo

00:38:46: wir dann versuchen werden,

00:38:48: ganz intensiv, mit 100 % Arbeitszeit,

00:38:51: daran zu arbeiten, weil

00:38:53: es ein bisschen sehr verzahnt, versuchen

00:38:55: werden, aufzubauen. Ja, macht man

00:38:57: in der Wirtschaftsinformatik auch ganz gerne, dass man

00:38:59: also direkt versucht, bei jedem Projekt

00:39:01: zu schauen, wie

00:39:03: mündet das jetzt nachher in eine Publikation,

00:39:05: wo passt das rein,

00:39:07: und ich muss auch sagen, wir haben

00:39:08: tatsächlich sehr gute Call for Papers

00:39:11: oder Konferenztracks

00:39:13: oder Journale, die genau

00:39:15: auf unser Thema einzahlen. Also,

00:39:16: das ist echt gut, man kann eigentlich

00:39:18: so sich, du sagtest gerade schon,

00:39:21: Konferenzkalender nächstes Jahr und so,

00:39:22: man kann sich die nehmen und anschauen, und da wird

00:39:25: nach Lösungen gefragt, von dem, was ich gerade

00:39:26: erzählt habe.

00:39:28: Jetzt müssen wir uns natürlich gut verheiraten, also

00:39:30: wir haben in so einem Drittmittelantrag, der dann

00:39:32: ja auch für drei Jahre quasi

00:39:34: jeden Monat ein Stück weit vorplant,

00:39:36: da ist natürlich eine Planung drin,

00:39:39: und die muss man auch liefern,

00:39:40: ja, und das müssen wir jetzt irgendwie zusammen

00:39:42: bekommen, aber das startet dann jetzt

00:39:44: demnächst, und da freue ich mich ehrlicherweise

00:39:46: sehr drauf, weil es auch endlich wieder das Gefühl ist,

00:39:48: mit einem Team zu arbeiten,

00:39:50: eine externe Doktorandin ist ja schon an einem ähnlichen

00:39:52: Thema bei mir dran, aber dass man einfach

00:39:54: da so ein bisschen Traction und

00:39:56: es geht vorwärts, die Publikationen

00:39:58: entstehen, man sieht das Thema, man ist Teil

00:40:00: der Wissenschafts-Community, das ist da die

00:40:02: Hoffnung, die ich damit verbinde.

00:40:04: Aber das heißt im Endeffekt, also ihr habt jetzt schon so mögliche

00:40:07: Herausforderungen, die schon an euch

00:40:08: herangedrungen sind, wo ihr Lösungen für erarbeiten

00:40:10: wollt, und ihr seid aber auch noch offen, wenn jetzt auf dem Weg

00:40:12: auch noch andere Probleme

00:40:15: auftreten jetzt, wo ihr sagt, das wäre

00:40:16: super dafür, Lösungen

00:40:18: zu entwickeln. Super, dass du es sagst,

00:40:21: genau, also alle, die zuhören, gerade aus

00:40:23: Staat und Verwaltung, und sagen, hey, da

00:40:24: könnten wir doch irgendwie, ich habe gemerkt,

00:40:26: es ist so, wenn man jetzt rumläuft und sagt, ich habe hier Geld,

00:40:29: dann plötzlich melden sich

00:40:30: noch mehr Leute, es ist wirklich

00:40:33: spektakulär, aber ja, also sehr gerne,

00:40:35: ja, es ist wirklich so, dass wir dann also

00:40:36: Ressourcen damit dann schon haben, und

00:40:38: wollen ja weitere Ressourcen aufbauen.

00:40:41: Ich kann vielleicht sagen, wir

00:40:42: versuchen gerade mit zwei weiteren Drittmittelprojekten,

00:40:45: die also in der Antragsphase sind,

00:40:47: die Anträge sind draußen, aber wir

00:40:48: suchen quasi weitere Fördertöpfe,

00:40:50: um das Thema, alles was ich gerade erklärt

00:40:52: habe, drumherum, weitere

00:40:54: Projekte aufbauen zu können, damit

00:40:56: wir auch mehr Ressourcen zu haben,

00:40:57: beispielsweise auch eigene Infrastruktur,

00:41:00: die uns an der Hochschule teilweise

00:41:02: eben noch nicht gegeben ist,

00:41:04: sondern die wir erst aufbauen müssen,

00:41:06: sowas wie ein Digilab stelle ich mir vor, in dem wir auch wirklich

00:41:08: noch eigene Server wirklich aufbauen

00:41:10: können, eigene Experimente aufbauen können,

00:41:12: anderen die Möglichkeit geben können,

00:41:14: da könntest jetzt auch du sagen, ich brauche einfach

00:41:16: hier Laborfläche für 3D-Druck, was weiß

00:41:18: ich was, weil das ist halt mal so in dem Projekt,

00:41:20: und wir möchten sensorische Forschung

00:41:22: machen und Biosignale messen,

00:41:24: keine Ahnung, sind die Leute gestresst bei der Brandbekämpfung,

00:41:26: im Ehrenamt, das könnte man dann

00:41:28: da machen, du könntest dir dann Forschungszeit

00:41:30: buchen, also insofern unbedingt

00:41:32: ja, wer Ideen hat, quasi

00:41:34: also Forschungsanfragen, Projektanfragen

00:41:36: unbedingt sehr gerne melden.

00:41:39: Das klingt sehr gut.

00:41:40: Und ich finde es interessant immer zu sehen, doch wie unterschiedlich

00:41:42: die Projekte auch angelegt sind, ne?

00:41:45: Also bei uns wird es ja erstmal lange

00:41:46: dauern, auch bis diese Feldphase die erste

00:41:48: vorbei ist und die quasi

00:41:50: Fallstudien erarbeitet sind, bei euch klingt

00:41:52: das eher so nach, weiß ich nicht,

00:41:55: schnelle Lösungen sind denkbar,

00:41:56: oder? Ja, das ist sogar

00:41:58: so schlimm, aber das ist dann vielleicht auch so ein bisschen

00:42:01: meinem Typ geschuldet, also wir haben

00:42:02: schon, faktisch schon angefangen,

00:42:04: sozusagen, also die Diskussion

00:42:06: ist gerade, ob wir die erste Paper-Deadline

00:42:08: 15. Februar halten. Ja, das

00:42:10: ist gerade der Plan. Da muss man da vielleicht

00:42:12: auch ein bisschen erklären, in der Wirtschaftsinformatik

00:42:14: ist das so, dass das erste Paper in einer

00:42:16: kumulativen Promotion immer

00:42:18: eine Literature Review ist,

00:42:20: die einem gewissen Format folgt,

00:42:22: also es nennt sich dann Structured Literature

00:42:24: Review und typischerweise orientiert

00:42:26: man sich da an den Werken von Jan

00:42:28: von Brocke und das heißt, da

00:42:30: muss man im Prinzip einmal seine

00:42:32: ganze Phase der Doktorarbeit

00:42:36: die Literaturbasis

00:42:37: dazu aufarbeiten,

00:42:38: also sagen, was ist Stand der Forschung, wirklich

00:42:40: sehr tief und strukturiert und quantitativ

00:42:43: und dann qualitativ ableiten,

00:42:44: wie man die Forschungsagenda

00:42:47: beantworten möchte.

00:42:48: Und das ist ein Paper, das

00:42:50: also das, wenn man Vollgas gibt,

00:42:52: dann kann man das schaffen und

00:42:55: heutzutage ist natürlich so ein Paper auch ein bisschen

00:42:56: anders, damit sage ich nicht, dass die KI das

00:42:58: schreibt, aber wir haben natürlich andere Recherchemöglichkeiten

00:43:01: als früher. Also ich musste

00:43:03: mich noch wirklich an der

00:43:06: Uni Düsseldorf,

00:43:07: Stuttgart und was weiß ich was,

00:43:08: wo habe ich mich in die Bibliotheken

00:43:10: reingesetzt und einzelne Werke aus

00:43:12: dem Regal genommen und die dann

00:43:14: also nicht mal abfotografiert, das ging ja teilweise

00:43:16: noch nicht mal oder wenn mit Digitalkamera

00:43:18: oder so, das kommt mir ganz alt vor,

00:43:20: aber das ist natürlich heute

00:43:22: anders, wenn ich mir Tools wie Perplexity oder

00:43:24: Alicet gezielt in den Kanon der Literatur

00:43:26: hineinschaue. Also insofern,

00:43:28: ja, es gibt ein paar Quickshots und

00:43:30: weil wir auch die Projekte

00:43:32: in Anbahnung haben, also das heißt, wir haben schon sowas wie

00:43:34: Letter of Intents tatsächlich die ersten

00:43:36: einfach fertig, die sind unterschrieben,

00:43:38: das heißt, wir wissen eigentlich

00:43:40: schon, welche Projekte wir

00:43:42: dann am Anfang des Jahres

00:43:45: mit Gesprächen

00:43:46: sondieren und dann sagen können,

00:43:48: das sind die Daten, die da sind, wie kommen wir da dran,

00:43:51: welche Datenpipelines müssen wir aufbauen,

00:43:52: welche Lösungen könnte man ersinnen oder

00:43:54: wir werden auch viel so designorientiert

00:43:56: Design Science Research heißt die Methode,

00:43:58: damit arbeiten, das heißt, wir bauen Prototypen auf

00:44:00: und evaluieren die dann

00:44:02: und das kann tatsächlich auch sehr schnell

00:44:04: gehen. Dann ist das Paper noch nicht geschrieben,

00:44:06: das Problem ist noch nicht fertig gelöst,

00:44:08: aber dass man halt was hat, so funktioniert

00:44:10: eigentlich dieser sehr agile und iterative

00:44:13: Ansatz dann auch in der

00:44:14: Forschung dazu. Ja, freue ich mich

00:44:16: sehr drauf. Ja, klingt total spannend.

00:44:19: Also freue ich mich, wenn wir im Austausch

00:44:21: bleiben dazu. Unbedingt, ja,

00:44:22: bevor du jetzt quasi hier den Hörer

00:44:24: auflegst sozusagen, vielleicht

00:44:26: noch eine Frage. Du machst jetzt ja gerade schon

00:44:29: Wissenschaftskommunikation durch das Hiersein,

00:44:30: danke dafür. Du hast aber auch Wissenschaftskommunikation

00:44:34: reingeschrieben in deinen

00:44:34: Antrag oder zumindest steht es auf eurer Projektseite

00:44:37: drauf. Ich habe das auch reingeschrieben

00:44:39: bei mir und unter anderem machen wir deswegen

00:44:41: Forschungsimpuls und Conferencing und

00:44:42: was weiß ich was. Was hast du dir denn vorgenommen?

00:44:46: Ja, also

00:44:46: ich muss sagen, in den letzten Projekten habe ich immer

00:44:48: ganz gute Erfahrungen gemacht, auch mit Working Paper,

00:44:51: also dass man natürlich relativ schnell

00:44:52: dann auch aus dem Projekt schon mal erste

00:44:54: Erkenntnisse verbreiten kann.

00:44:56: Ich finde, das hat unheimlich auch zugenommen,

00:44:58: die Bedeutung, dass man nicht irgendwie wartet,

00:45:00: bis das Projekt vorbei ist und dann anfängt zu publizieren

00:45:02: und dann am besten noch im Verlag, wo es vielleicht dann auch

00:45:04: nochmal oft einfach mit

00:45:07: prozessbedingten Jahren dauern kann oder so.

00:45:09: Finde ich es immer sehr schön, auch das irgendwie

00:45:10: schön leserfreundlich zu gestalten,

00:45:13: weil bei uns wird die Zielgruppe eben auch nicht nur

00:45:14: Wissenschaft sein, sondern eben auch Praxis.

00:45:17: Dann, was ich mir auch vorstellen könnte, was wir auch

00:45:18: reingeschrieben haben, sind so kleine, also

00:45:21: Podcasts zum Projekt tatsächlich auch zu machen.

00:45:23: Ja, Podcasts sind ganz wichtig, ja.

00:45:25: Absolut. Damit hatten wir im letzten Projekte

00:45:26: auch schon ein paar Videos gemacht. Wir haben im letzten Projekt auch ganz gute Erfahrungen gemacht.

00:45:29: Genau, auf die Website

00:45:30: natürlich, aber auch, dass wir im Endeffekt

00:45:33: gerne unser Projekt in anderen

00:45:36: Praxisrunden,

00:45:37: AGs und so weiter vorstellen.

00:45:38: Also jetzt nicht nur die wissenschaftlichen Konferenzen,

00:45:40: sondern eben vor allen Dingen auch,

00:45:42: sage ich mal, Formate, die eben auch für

00:45:45: Praktika aus Kommunen,

00:45:46: aus Zivilgesellschaft relevant sind.

00:45:48: Also auch gerne Beiträge quasi in den

00:45:52: Magazinen

00:45:52: oder genau, was es

00:45:54: da gibt an Formaten, eben auch dann aus der

00:45:56: Praxis heraus.

00:45:58: Also, dass ich viel mit Podcasts

00:46:01: mache, ist glaube ich klar.

00:46:02: Ich habe das Thema Social Media und

00:46:04: Bewegtbild natürlich noch so ein bisschen für

00:46:06: mich stärker aufgenommen.

00:46:08: In 2026 dabei ist eine ganz

00:46:10: spannende Entdeckung aufgekommen.

00:46:12: Und nicht nur bei mir, sondern auch bei

00:46:14: anderen Wissenschaftskommunikatoren auf

00:46:16: Social Media, dass sich die

00:46:19: Diskussion in der Kommentarspalte

00:46:21: in eine ganz andere

00:46:22: Richtung bewegt, als das, was man vielleicht

00:46:24: denken würde. Also ich sage mal, man macht einen technischen Beitrag,

00:46:26: so irgendwas zum Thema Staats - und

00:46:29: Verwaltungsdigitalisierung. Und dann

00:46:30: hat das so gewisse politische Schwingungen

00:46:32: sofort in der Kommentarspalte. Und das

00:46:34: ist so gravierend, daraus haben wir einen

00:46:36: eigenen Drittmittelantrag gestrickt

00:46:38: und gesagt, das wollen wir

00:46:40: auch mal näher untersuchen, ob

00:46:42: das nun Phänomen ist in quasi

00:46:44: unseren Social Media Profilen oder ob es da

00:46:46: vielleicht Empirie zu gibt und

00:46:48: was man daraus so ein bisschen feststellen kann.

00:46:50: Also insofern Wissenschaftskommunikation

00:46:52: ist auf jeden Fall, finde ich, so dieses

00:46:54: Interagieren mit der

00:46:56: Gesellschaft, aber es kommt auch sofort

00:46:58: was zurück. Das ist das Interessante. Man

00:47:00: lernt sofort, vielleicht hat man sogar

00:47:02: die nächste Idee, damit weiter

00:47:04: zu forschen. Ja, Andrea,

00:47:06: wir sind in der Schlusskurve, würde ich sagen.

00:47:09: Was haben wir noch vergessen? Was möchtest

00:47:10: du noch über deine Forschung, über dein

00:47:13: Drittmittelprojekt vielleicht noch

00:47:14: mal mit reinbringen?

00:47:16: Welchen Appell hättest du sonst für

00:47:18: ehrenamtliches Engagement? Wir blicken

00:47:20: so ein bisschen noch mal so auf quasi unser

00:47:22: Gesamtgespräch. Ja,

00:47:24: total gerne. Genau,

00:47:26: ich habe gerade schon so ein bisschen überlegt,

00:47:28: wie wir vielleicht auch Schnittstellen zwischen

00:47:29: unseren Projekten finden, auch gerade so in

00:47:32: Bezug auf die Hochschule, fände ich total spannend,

00:47:34: vielleicht auch mal in so ein Ringvorlesungsformat

00:47:37: oder so zu gehen. Also können wir

00:47:38: mal überlegen, was wir da auch mal machen können,

00:47:40: so ein bisschen. Gerade auch, um das, finde ich,

00:47:43: auch der Hochschul-Community näher zu bringen.

00:47:45: Also auch da kennst du ja auch,

00:47:46: das ist immer so die Frage, wir haben total viele

00:47:49: ja, total

00:47:51: kompetente Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler,

00:47:53: die zu ganz unterschiedlichen Sachen forschen

00:47:55: und da finde ich immer ganz spannend, auch diese Synergie,

00:47:56: Effekte und Schnittstellen irgendwie herauszukommen

00:48:00: und aufeinander

00:48:00: zu wissen vor allen Dingen. Ja, ansonsten

00:48:02: zum Thema Engagement, ich freue

00:48:04: mich ja vor allen Dingen auch, dass wir seit letztem Jahr das Thema

00:48:06: bürgerschaftliches Engagement auch ins Curriculum

00:48:08: aufgenommen haben, eben auch um das noch mal

00:48:10: fester zu verankern.

00:48:12: Und weil ich eben auch finde, dass Engagement ein riesiges,

00:48:15: also ein total wichtiges Thema ist für die Gesellschaft,

00:48:16: also Stichwort Demokratiestärkung, aber

00:48:18: eben auch, ja, für

00:48:20: andere Bereiche und dass es aber auch wichtig ist,

00:48:23: Rahmenbedingungen zu schaffen, weil ich

00:48:24: in dem Moment auch war, dass sich das so ein bisschen dreht,

00:48:26: es sind im Moment viele Herausforderungen

00:48:29: auch, sei es eben

00:48:30: auch, dass Menschen sich vielleicht

00:48:32: anders engagieren als früher,

00:48:34: sagen wir es mal so, erstmal durch gesellschaftliche

00:48:36: Entwicklung, dass sich aber auch das Narrativ

00:48:38: der Zivilgesellschaft gerade sehr wandelt,

00:48:40: Stichwort eben auch teilweise Angriffe

00:48:42: auf Zivilgesellschaft, wie wir

00:48:44: es im Moment haben,

00:48:46: aber auch dieses, also Lückenbüßer -

00:48:49: Phänomen, dass wir aufpassen müssen,

00:48:50: dass es nicht darum geht, dass quasi

00:48:52: dadurch, dass öffentliche Güter irgendwie

00:48:54: zurückgehen oder eben nicht mehr

00:48:56: wahrgenommen werden, dass da so nach dem Motto

00:48:58: das Engagement herhalten muss, da müssen wir

00:49:00: sehr vorsichtig sein, also das sind so Themen, die

00:49:02: mich beschäftigen in der Forschung, aber finde ich auch

00:49:04: immer wieder in der Lehre, im Gespräch mit unseren

00:49:06: Studierenden, was auch sie bewegt, was sie

00:49:08: berichten aus ihrem Alltag.

00:49:10: Meine letzte Frage schaut

00:49:12: immer so ein bisschen in Richtung der Studierenden,

00:49:15: jetzt wird es keine Informatik

00:49:16: - Frage heute, sondern vielleicht mal eine

00:49:19: Forschungsfrage, wenn jetzt

00:49:21: Studierende uns zugehört haben und sagen,

00:49:22: ich finde das interessant, was passiert da in der

00:49:24: Forschung, ich glaube, das ist gar nicht so

00:49:27: selbstverständlich, wir sind so in unserem

00:49:28: Film drin und Lehre ist halt

00:49:30: ein Teil einer Professur, klar,

00:49:32: Forschung aber auch ein teilweise

00:49:34: sehr wichtiger, sehr großer, für uns

00:49:36: zumindestens auch, wenn einen das jetzt interessiert,

00:49:39: wie kann man denn da

00:49:40: up to date bleiben quasi, wo müsste

00:49:42: man dir folgen, also

00:49:44: wo man dem Forschungsimpuls folgt, das weiß

00:49:46: man vielleicht, man kann auch gerne vielleicht mal

00:49:48: ein Sternchen oder Kommentar da lassen, die Glocke

00:49:50: wegmachen auf YouTube, aber wenn man

00:49:52: jetzt sagt, auch dein Forschungsprojekt interessiert

00:49:54: einen, wie macht man das, wie folgt man der Forschung?

00:49:58: Also ich

00:49:58: glaube auch mal über Social Media,

00:50:00: überhaupt übers Internet ist schon super,

00:50:02: sei es über Google, sei es über Webseiten

00:50:04: von der Hochschule oder ich habe tatsächlich

00:50:06: jetzt auch meine eigene Webseite gemacht,

00:50:08: finde das auch immer interessant, dass Studierende glaube ich auch

00:50:10: darüber gehen, weil sie teilweise dann sehen, welche

00:50:12: Themen ich betreue,

00:50:14: also funktioniert auch, aber eben

00:50:16: auch über die aktuellen Projekte,

00:50:18: das finde ich einen wichtigen Punkt

00:50:20: und natürlich auch, würde ich sagen, auch liegt

00:50:22: an uns, natürlich auch bei

00:50:24: Fragen in der Lehre darauf einzugehen,

00:50:26: auch dieAnfrage zu geben, ich glaube,

00:50:27: das ist ja auch sehr individuell, was dann eben

00:50:29: auch Studierende interessiert dann auch für ihr Berufsfeld

00:50:32: oder auch im Hinblick, dass nämlich auch war das

00:50:34: viele ja auch direkt vom Bachelor weitermachen

00:50:36: wollen im Master, finde ich eine tolle

00:50:38: Entwicklung, aber eben auch, dass es erste Anfragen

00:50:40: gibt für Promotion. Was würde das eigentlich für mich

00:50:42: bedeuten? Und so, also finde ich, muss ich sagen,

00:50:44: sehe ich auch so als unsere Aufgabe mit auch

00:50:46: da zu informieren, was heißt das eigentlich?

00:50:48: Was könnte mir eine Promotion bringen? Welche Türen

00:50:50: verschließen sie aber vielleicht auch, ne? Das muss

00:50:52: man glaube ich, auch einen ganz realistischen Blick

00:50:54: haben. Also einfach darüber auch so ein bisschen

00:50:56: Berichten aufzuklären.

00:50:59: Liebe Andrea, ich danke dir für deine Zeit, die Einblicke in dein neues Forschungsprojekt.

00:51:05: Und ich glaube, uns beiden und allen, die dann daran beteiligt sein werden, kann man nur wünschen,

00:51:10: dass das erfolgreiche Forschung wird für die Praxis, für die Gesellschaft und natürlich auch für den wissenschaftlichen Literaturkanon.

00:51:18: Vielen Dank für deine Zeit.

00:51:19: Ja, ich danke dir für die Einladung, Nicolai. Vielen Dank.

00:51:22: Das war mein Gespräch mit Professorin Andrea Walter über Drittmittelforschung an unserer Hochschule, über ihr Projekt ReD zur resilienten Daseinsvorsorge und meinem Projekt DEAR-GOV. Alle Links zu den Projekten und zu Andreas Forschung findet ihr wie immer in den Show Notes. Und wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert den Forschungsimpuls gerne überall da, wo es Podcasts gibt. Oder lasst auf YouTube ein Abo oder einen Kommentar auf den jeweiligen Plattform da. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

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